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Die Fallmethode

Ziel der Fallmethode ist es, anhand eines konkreten Gegenstandes die handlungspraktische Bedeutung von Theorien und Konzepten zu erschließen und das politische Urteilsvermögen zu entwickeln.


Als universitäre Lehrpraxis ist das Case Teaching im angloamerikanischen Raum fest etabliert. Im deutschsprachigen Kontext gibt es bislang nur wenige Fälle. Die Falldatenbank soll diesem Defizit Abhilfe leisten. Praxisnähe und Anwendungsorientierung sind ein wesentliches Ziel der Fallmethode. Der Fall bzw. die Falldarstellung ist dabei stets ein Text, der einen realen politischen Sachverhalt darstellt, den ein Dilemma kennzeichnet. Für den Fall, verstanden als politisches Problem, gibt es keine leichte oder gar triviale Lösung. Vielmehr stellt der Fall eine von Komplexität und Zielkonflikten geprägte Handlungssituation dar. In der fallbasierten Lehre kommen mit Entscheidungs- und Retrospektivfällen zwei unterschiedliche Typen von Falldarstellungen zum Einsatz.


Entscheidungsfälle rücken eine offene und dilemmatische Entscheidungssituation in den Mittelpunkt. Die lösungsorientierte Diskussion solcher Fälle schärft vor allem die Problemlösungskompetenz. Retrospektivfälle bieten eine detaillierte Beschreibung einer historischen Episode und dienen der Entwicklung empirisch-theoretischer Transferkompetenzen. Ein Aufsatz von Andreas Blätte zur fallbasierten Lehre in politikwissenschaftlichen Studiengängen ist im Heft 2/2011 der Zeitschrift für Politikwissenschaft (ZPol) erschienen. 


Der Aufsatz als Download: Fallbasierte Lehre in politikwissenschaftlichen Studiengängen